ZUGFeRD vs. XRechnung: Was ist der Unterschied & was gilt ab 2027?
Mit dem Wachstumschancengesetz wird die elektronische Rechnung im deutschen B2B-Geschäftsverkehr verpflichtend. Doch welcher Standard ist für Ihren Betrieb der richtige? Hier erfahren Sie den Unterschied zwischen ZUGFeRD 2.0 (Factur-X) und XRechnung auf einen Blick.
Der direkte Vergleich
| Kriterium | ZUGFeRD 2.0 / Factur-X | XRechnung |
|---|---|---|
| Dateiformat | Hybrides PDF/A-3 (Sichtbares PDF + eingebettetes XML) | Reine XML-Datei (UBL oder UN/CEFACT CII) |
| Menschliche Lesbarkeit | ✅ Direkt in jedem PDF-Viewer lesbar | ❌ Nur mit speziellem Viewer/Parser lesbar |
| Haupteinsatzbereich | B2B (Unternehmen, Freelancer, Mittelstand) | B2G (Behörden, Bund, öffentlicher Sektor) |
| Normkonformität | Europäische Norm EN 16931 | Europäische Norm EN 16931 (DE CIUS) |
| Leitweg-ID Pflicht? | Nur wenn vom Kunden vorgegeben | Zwingend erforderlich bei Behördenaufträgen |
1. Was ist ZUGFeRD 2.0 (Factur-X)?
ZUGFeRD (Zentraler User Guide des Forums elektronische Rechnung Deutschland) ist ein hybrides Rechnungsformat. Die Datei ist eine ganz normale PDF-Datei (genauer: PDF/A-3), die Sie wie gewohnt öffnen, ausdrucken oder per E-Mail versenden können.
Der Clou: Im Inneren der PDF-Datei befindet sich ein standardisierter XML-Datensatz nach der europäischen Norm EN 16931. Buchhaltungssysteme (wie DATEV, SAP oder Lexoffice) lesen automatisch die XML-Daten aus, während Menschen einfach das optische Dokument nach DIN 5008 betrachten.
💡 Empfehlung für 95% aller B2B-Rechnungen: ZUGFeRD 2.0 ist die ideale Wahl im Geschäftsverkehr zwischen Unternehmen, da sowohl Kunden mit modernem ERP als auch Kunden ohne Spezialsoftware die Rechnung problemlos verarbeiten können.
2. Was ist eine XRechnung?
Die XRechnung ist der rein maschinenlesbare Standard der deutschen öffentlichen Verwaltung (Bund, Länder, Kommunen). Eine XRechnung enthält kein Bild und kein Layout, sondern besteht ausschließlich aus strukturiertem XML-Code (entweder nach OASIS UBL oder UN/CEFACT CII Syntax).
Wenn Sie öffentliche Aufträge an Bundesbehörden fakturieren, ist die XRechnung mit Angabe der behördlichen Leitweg-ID (Feld BT-10) gesetzlich vorgeschrieben.
3. Was müssen Sie ab 01.01.2027 beachten?
Ab dem 01.01.2027 tritt die gesetzliche Ausstellpflicht für Unternehmen mit mehr als 800.000 € Vorjahresumsatz in Kraft. Selbst wenn Ihr Betrieb noch kleinere Umsätze hat: Größere Unternehmenskunden fordern ab diesem Stichtag zwingend ZUGFeRD oder XRechnung, um ihren eigenen Vorsteuerabzug zu sichern.
RechnungFlow: Beide Formate in einem Tool
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